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Ultimatum erfolgreich

Klinikpersonal entlasten

Ultimatum erfolgreich

Homburger Uniklinik: Team der Station 7 erreicht Verbesserungen
Mann und Pflegekräfte ver.di Die geschäftsführende Pflegedienstleitung der Inneren Medizin am Uniklinikum des Saarlandes, Michael Fuchs, gratuliert dem Team der »Wilden Sieben« zum erfolgreichen Ultimatum

Im Saarland sind sie bekannt als die »Wilde Sieben«: Das Team einer onkologischen Station des Homburger Uniklinikums hat gegen alle Widerstände Verbesserungen durchgesetzt. Künftig soll die Station mit 21 examinierten Pflegekräften und drei medizinischen Fachangestellten besetzt sein. In einem Ultimatum – das 90 Prozent der Kolleginnen und Kollegen unterschrieben – hatten sie ursprünglich 23 Pflegevollkräfte gefordert. Andernfalls wollten sie ab dem 1. Februar Dienst nach Vorschrift machen. Das heißt: Kein Einspringen aus dem Frei; keine Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz mehr; keine ärztlichen Tätigkeiten ohne schriftliche Anordnung. 

»Wir sind total stolz«, sagt die Krankenpflegerin Sabine Stein. Sie und ihre Kolleg/innen haben sich auch deshalb auf den Kompromiss eingelassen, weil zeitnah überprüft werden soll, ob die Neueinstellungen und weitere Maßnahmen ausreichen, um eine Entlastung zu bewirken. »Wäre die Leitung früher aktiv geworden, hätten wir das Ultimatum vermeiden können«, gibt Stein zu bedenken. Doch die vielen Überlastungsanzeigen hätten zuvor keine praktischen Konsequenzen gehabt. Erst das Ultimatum brachte Bewegung, als der 1. Februar immer näher rückte – was die Pflegekräfte mit einem Countdown auf ihren Kitteln demonstrierten. »Am Anfang hatten viele Angst, aber es hat sich gezeigt, dass wir uns zusammen Gehör verschaffen können«, bilanziert Sabine Stein. »Das hat das Team weiter zusammengeschweißt.«

Das wollen nun auch die Pflegekräfte der Intensivstation im Kreiskrankenhaus St. Ingbert erreichen. Sie fordern eine bessere Schichtbesetzung. Andernfalls wollen sie ab dem 15. April alle freiwilligen Leistungen verweigern. Den Betriebsrat haben sie aufgefordert, gesundheitsgefährdende Dienstpläne abzulehnen.

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