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»Trauriger Erfolg«

Klinikpersonal entlasten

»Trauriger Erfolg«

Pflegekraft desinfiziert sich die Hände Arnim Thomaß Händedesinfektion im Krankenhaus

In den letzten Tagen des Bundestagswahlkampfs ging es vor allem um ein Thema: den Personalmangel in der Pflege. Dafür gesorgt haben die vielen Aktionen, Demonstrationen und Streiks, die Krankenhausbeschäftigte überall in Deutschland auf die Beine gestellt haben. So machten am 12. September Teams etlicher Kliniken klar: Wenn Personal fehlt, bleibt etwas auf der Strecke – zum Beispiel die vorgeschriebene Händedesinfektion vor und nach jedem Patientenkontakt.

Als einen »traurigen Erfolg« bezeichnete der saarländische ver.di-Sekretär Michael Quetting den Aktionstag. In dem kleinen Bundesland hatten sich 78 Stationen in 16 Kliniken beteiligt. Doch schon um 8 Uhr beschlossen 34 Teams kollektiv, die Aktion zu beenden. »Die Personalsituation in den Krankenhäusern ist so angespannt, dass eine Arbeit nach Vorschrift zum Zusammenbruch führt«, kommentierte Quetting. Um das zu ändern, macht ver.di auch nach der Wahl weiter Druck. Die Gewerkschaft will gesetzliche Personalvorgaben in allen Bereichen des Krankenhauses durchsetzen. Als Soforthilfe fordert ver.di die Schaffung von 20.000 zusätzlichen Pflegestellen, um die Ausbildung zu verbessern und zu verhindern, dass Kolleg/innen allein arbeiten müssen.

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