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Von der Charité lernen

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Von der Charité lernen

Titel Charité-Broschüre ver.di Charité-Broschüre

Ein Tarifvertrag gegen Personalnot und Überlastung? Die Beschäftigten am Berliner Uniklinikum Charité haben gezeigt, dass das geht. Eine Broschüre des ver.di-Landesbezirks Berlin-Brandenburg zeichnet nun die Auseinandersetzungen, Rückschritte und Erfolge der Kolleg/innen an der Charité in den vergangenen 14 Jahren nach. Nach dem Austritt Berlins aus dem kommunalen Arbeitgeberverband war auch die Charité ab 2003 zunächst nicht mehr tarifgebunden. 2006 konnte die Belegschaft den tariflosen Zustand mit einem Streik beenden. Die Gehälter lagen allerdings immer noch weit unter denen des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienstes (TVöD), weshalb die Beschäftigten 2011 erneut in den Streik traten und eine schrittweise Angleichung an den TVöD durchsetzten. Danach nahm ver.di die permanente Arbeitsverdichtung in den Fokus und forderte die Charité 2012 zu Tarifverhandlungen über Gesundheitsschutz, personelle Mindestbe-setzung und eine Verbesserung der Ausbildung auf. Nach vielen Konflikten und mehrfachen Streiks wurde der Tarifvertrag 2016 schließlich unterschrieben.

Detailliert und kenntnisreich, aber kurzweilig und nicht ermüdend beschreiben die Autor/innen, was sie in den langen Jahren alles probiert haben, wo sie Erfolge hatten, wo nicht. Und wie sie es schafften, am Ende einen Tarifvertrag zu erkämpfen, der weit über ihren Betrieb hinaus wahrgenommen wird.

Klaus-Uwe Ittner

Download: www.charite.verdi.de
Bestellungen: kalle.kunkel@verdi.de