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Fragen zur neuen Entgeltordnung

Meine Frage

Fragen zur neuen Entgeltordnung

Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) hat viele zum Jahresanfang abschließend übergeleitet. Für manche wirft diese Eingruppierung neue Fragen auf. Unser Redaktionsmitglied Tobias Michel gibt Antworten.

Meine Frage: Ich leite das Pflegteam einer Endoskopieabteilung. Wird dies in der neuen Entgeltordnung erfasst? Muss ich einen Antrag stellen?

Tobias Michel: In TVöD Anlage 1 - Entgeltordnung (VKA) findest du Vorbemerkungen zu XI. Beschäftigte in Gesundheitsberufen Nummer 2 - Leitende Beschäftigte in der Pflege. Dort staffeln sich die Begriffe: Gruppe, Station als organisatorische Einheit, Abteilung als Zusammenfassung mehrerer Stationen. Dann folgt der wichtige Hinweis: »Soweit für vergleichbare organisa-torische Einheiten von den vorstehenden Bezeichnungen abweichende Bezeichnungen verwandt werden, ist dies unbeachtlich.« Du leitest also im Tarifsinn eine »Station« und bist in Entgeltgruppe P 12 übergeleitet. Du brauchst keinen Antrag zu stellen. Aber vielleicht hilft eine schriftliche Geltendmachung.

Meine Frage: Im OP leiste ich als Krankenschwester ohne Fachweiterbildung monatlich etwa drei bis vier Bereitschaftsdienste. 2016 war ich der EG Kr 8a Stufe 5 zugeordnet. Mir stand aufgrund der tariflichen Sonderregel das Bereitschaftsdienstentgelt aus EG Kr 9a zu: 16,35 Euro je Stunde. Jetzt im Februar soll ich, nun P 8, nur noch 15,99 Euro erhalten. Kann ich mich da auf einen Besitzstandsschutz berufen?

Tobias Michel: Du bekommst für die zusätzlich geleisteten Bereitschaftsdienste nun tatsächlich insgesamt rund 20 Euro weniger im Monat. Zugleich ist dein Tabellenentgelt um 75 Euro gestiegen. Du wurdest zum Jahresanfang nicht umgruppiert, nur (automatisch) übergeleitet. TVöD und TV-Ü sehen hier keinen Schutz für Teilregeln vor.