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Was sind Tarifberater/innen?

Meine Frage

Was sind Tarifberater/innen?

Auf Station gibt es im Team eine Reihe von Funktionen, zum Beispiel die der Medizinproduktebeauftragten. Jetzt gibt es auch Tarifberaterinnen – also das Verbindungsglied zwischen Team und Tarifkommission. Sie informieren das Team und sagen ver.di, was das Team denkt. Erstmals eingesetzt wurde diese Methode am Berliner Uniklinikum Charité. Das ist eine neue Form der Beteiligung, Rückkoppelung und Entscheidungsfindung in Tarifkonflikten. Allein in der aktuellen Auseinandersetzung an der Saar haben wir über 400 Tarifberaterinnen.

Sind Tarifberater/innen Experten in Sachen Tarifverträge? 
Nein. Sie müssen die Beschäftigten nicht über die Entgeltordnung oder andere komplexe Tarifregelungen beraten. Sie können aber über Forderungen und Aktionspläne informieren und die Meinung ihrer Kolleginnen und Kollegen dazu einholen.

Ist der Begriff Tarifberater/in überhaupt sinnvoll? 
Mich interessiert der Inhalt, nicht die Form. Man kann sie auch Teamdelegierte nennen. Besonders manche Kollegen in kirchlichen Einrichtungen mögen das Wort Tarif nicht so sehr. Uns hat es gefallen, die Kolleginnen bei der Charité haben immerhin mit dem Begriff gewonnen.

Müssen Tarifberater/innen ver.di-Mitglied sein? 
Was ver.di durchsetzen kann, hängt auch vom gewerkschaftlichen Organisationsgrad ab. Daher sollten die Tarifberaterinnen ebenso wie alle anderen Beschäftigten bei ver.di eintreten. Bei uns ist die Mitgliedschaft jedoch keine Bedingung, als Tarifberaterin anzufangen.

Warum sagst du immer Tarifberaterinnen und unterschlägst die männliche Form?
Das tue ich ganz bewusst, weil auch die Pflege nicht nur grammatikalisch weiblich ist. Deswegen gebrauchen wir bewusst die weibliche Form. Da vergessen wir dann manchmal die Männer, schließlich haben diese in den vergangenen tausend Jahren auch die Frauen vergessen.

Michael Quetting
ver.di-Sekretär Bezirk Region Saar-Trier

 

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