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Ausgliederung verhindert

Krankenhäuser

Ausgliederung verhindert

Portrait Artur Hoch, Küchenhelfer und Personalrat im Klinikum Augsburg privat Artur Hoch, Küchenhelfer und Personalrat im Klinikum Augsburg

drei: Im Zuge der Umwandlung des städtischen Klinikums Augsburg in eine Uniklinik sollten die Dienstleistungsbereiche ausgegliedert werden. Beschäftigte, Personalräte und ver.di haben das entschieden abgelehnt. Warum?

Artur Hoch: Mit dem Wechsel in die neue Gesellschaft wären andere Branchentarifverträge statt des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) zur Anwendung gekommen. Mit gravierenden Folgen vor allem für die Rente. Ein Beispiel: Die Altersbezüge einer in Vollzeit beschäftigten Kollegin in der Entgeltgruppe 1, die 1995 geboren ist und im September 2062 in Ruhestand geht, würden sich auf 777 Euro beinahe halbieren – vor allem wegen des Wegfalls der betrieblichen Altersversorgung. Die Allgemeinheit müsste ihre Rente auf den Sozialhilfesatz aufstocken. Langfristig würde der Staat mit der Ausgliederung also gar kein Geld sparen.

Der Verwaltungsrat hat sich Mitte Juni dann doch gegen eine Ausgliederung entschieden. Wie habt ihr das erreicht?

2004 ist es uns schon einmal gelungen, die Ausgliederung abzuwehren. Auch dieses Mal haben wir uns von Anfang an klar dagegen positioniert. Wir haben mit Mandatsträgern auf allen Ebenen Gespräche geführt. 2.500 Beschäftigte aus allen Berufsgruppen haben in kurzer Zeit eine Petition unterzeichnet. Wir konnten belegen, dass die ursprünglich behaupteten Einsparpotenziale viel zu hoch gegriffen waren. Das alles hat letztlich zum Erfolg geführt.

Wie geht es jetzt weiter?

Wir sind froh und erleichtert. Es besteht aber die Gefahr, dass der Freistaat selbst nochmal einen Anlauf zum Outsourcing startet. Denn da geht es offenbar eher um ideologische als um betriebswirtschaftliche Fragen. Sollten sie es erneut versuchen, werden wir uns ebenso entschieden dagegen wehren.

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