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Transparenz durch Tarifberater

Beteiligung

Transparenz durch Tarifberater

Tarifberater/innen aus dem Saarland bei einem Treffen mit Charité-Kollegen Arnim Thomaß Charite  – Der Staffelstab wird übergeben: Tarifberater/innen aus dem Saarland bei einem Treffen mit Charité-Kollegen Ende April in Berlin

Maxine Musterfrau arbeitet schon seit Anfang der 1990er an der Berliner Charité. Die Fachkrankenschwester für Onkologie ist auch bereits vor einigen Jahren in ver.di eingetreten. »Ich habe mir gedacht: Wenn die Krankenschwestern nicht in der Gewerkschaft organisiert sind, wird ver.di auch nichts für uns tun«, erklärt die 55-Jährige. Bei Streiks war sie stets dabei. Aber darüber hinaus war sie nicht aktiv.

Mit der Tarifbewegung für mehr Personal hat sich das geändert. Am ersten Warnstreiktag im April 2015 meldete sie sich als »Tarifberaterin«. Seither informiert sie die Kolleginnen und Kollegen ihrer Urologie-Station über die Verhandlungen und bringt deren Vorstellungen bei den Tarifberatertreffen ein. »Die Kollegen fühlen sich besser mitgenommen und verstanden«, macht Maxine Musterfrau den Unterschied zu früheren Tarifbewegungen deutlich. Gerade weil sich dieser Konflikt sehr lange hinzog, sei das wichtig gewesen.

Aktive Unterstützung

Doch auch die ver.di-Verhandlungsführung und die Tarifkommission profitieren von den gut 200 Tarifberaterinnen und Tarifberatern, die an der Charité aktiv geworden sind.
»Mit dem Tarifvertrag betreten wir Neuland«, betont ver.di-Sekretär Kalle Kunkel. »Ohne die aktive Unterstützung und Informationen aus den Be-reichen hätten wir keine vernünftige Vereinbarung erzielt.«

Jetzt ist der Tarifvertrag endlich unterschrieben. Doch die Aufgabe der Tarifberater ist damit nicht beendet. »Die Arbeit geht erst richtig los«, glaubt Maxine Musterfrau. »Wir müssen die Vereinbarung jetzt im Alltag durchsetzen.« Dabei spielten die Tarifberater/innen eine wichtige Rolle.

Längst hat sich das Tarifberater-System über die Charité hinaus verbreitet. So haben sich allein in den saarländischen Krankenhäusern fast 300 Beschäftigte für diese Aufgabe gemeldet. »Wir sind in Zweiergruppen durchs Haus gelaufen und haben den Teams erklärt, warum sie Tarifberater brauchen«, so Heike Rehkopf von den SHG-Kliniken Völklingen. »Transparenz ist total wichtig«, ist die Gewerkschafterin überzeugt. »Wenn wir ebenfalls einen Tarifvertrag für Entlastung erkämpfen wollen, brauchen wir in allen Häusern und auf allen Stationen Tarifberater – möglichst mehrere.«

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