Servicegesellschaften

Keine Service GmbH am Klinikum Augsburg

Keine Service GmbH am Klinikum Augsburg

17. Juni 2016. Der Verwaltungsrat des Klinikum Augsburg hat sich in seiner heutigen Sitzung gegen die Gründung einer Servicegesellschaft entschieden. Damit bleiben die Beschäftigten der Servicebereiche wie Küche, Reinigung, Versorgung und Transport Mitarbeiter des Klinikums. ver.di begrüßt ausdrücklich die Entscheidung und dankt allen, die die Beschäftigten auf diesem Weg unterstützt haben. Der Verwaltungsratsvorsitzende Martin Sailer hatte schon im Vorfeld mehrfach dahingehend Stellung genommen, dass er gegen eine Ausgliederung auf Kosten der Beschäftigten sei.

Mit tatkräftiger Unterstützung der Gewerkschaft ver.di und vieler engagierter Kolleginnen und Kollegen ist es gelungen den guten Argumenten Geltung zu verschaffen. „Wir sind froh und erleichtert über diese Entscheidung.“ sagte Hildegard Schwering, Personalratsvorsitzende am Klinikum und Vorsitzende des Fachbereichs Gesundheit und Soziales im ver.di Bezirk Augsburg. „Die Mitarbeiter*innen atmen auf, denn eine Beschäftigung in den unteren Lohngruppen ohne Altersversorgung bedeutet vor allem Altersarmut nach langjähriger Berufstätigkeit. Dass die Verwaltungsräte sich hier für eine gesamtwirtschaftliche Betrachtungsweise entschieden haben, zeugt von Weitsicht.“

„Die Probleme die Servicegesellschaften erzeugen sind immer größer, als ihr Nutzen für ein Krankenhaus sein kann.“, sagte Stefan Jagel, Gewerkschaftssekretär im ver.di Bezirk Augsburg für das Gesundheits- und Sozialwesen. „Andere Krankenhäuser sollten sich ein Beispiel nehmen und ihre Servicebereiche wiedereingliedern.“ so Stefan Jagel abschließend. Wenn Kliniken auf Kosten von unteren Beschäftigungsgruppen die „schwarze Null“ erreichen wollen, ist dies eine Schande. Durch die anstehenden Veränderungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, die der Gesetzgeber plant, stehen einige Servicegesellschaften in den Krankenhäusern aktuell auf dem Prüfstand.

Nachdem der Prozess zur Umwandlung des Klinikums Augsburg in dieser Woche nun weitere wichtige Meilensteine genommen hat, wird ver.di nun die Vorbereitungen für Tarifverhandlungen zu einem Personalüberleitungstarifvertrag treffen. Derzeit gibt es hierzu nur mündliche Zusagen. ver.di fordert, die Anwendung der Tarifverträge nach dem Trägerwechsel durch einen Überleitungstarifvertrag abzusichern.

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