Altenpflege

Von Finanzinvestor zu Finanzinvestor

Altenpflege

Von Finanzinvestor zu Finanzinvestor

Schon länger stand der erneute Verkauf des Pflegeheim-Betreibers Alloheim im Raum. Nun ist es offiziell: Nordic Capital aus Schweden kauft Alloheim für rund 1,1 Milliarden Euro. Presseberichten zufolge hatte sich der Private Equity Fonds Nordic Capital – der seinen Hauptsitz im Steuerparadies Jersey hat – in einem Bieterverfahren gegen die chinesische Fosun international, den französischen Pflegeheimbetreiber DomusVi und den US-amerikanischen Finanzinvestor Ares Capital durchgesetzt. Erst 2013 hatte der US-Investor Carlyle die Pflegeheimkette von Star Capital übernommen. Carlyle setzte in den Folgejahren auf Expansion: Alloheim wuchs von etwa 50 auf 170 Häuser, die Zahl der Betten stieg von 6.000 auf 20.000. Mittlerweile ist Alloheim mit rund 15.000 Beschäftigten der zweitgrößte private Pflegeheimbetreiber in Deutschland.

Bessere Arbeits- und Pflegebedingungen!

Das enorme Wachstum von Alloheim führte nicht zu besseren Arbeits- und Pflegebedingungen. Im Gegenteil. Die Personaldecke ist dünn, die Entlohnung zu gering. Anhaltende Missstände stellten gar die Existenz ganzer Einrichtungen in Frage. So konnte die für Mitte Dezember bereits angeordnete Schließung der Seniorenresidenz Ludwigsburg nur durch einen kurzfristigen Verkauf verhindert werden. Gleichzeitig hat das Management immer wieder versucht, gegen Betriebsräte vorzugehen. So wurde dem Gesamtbetriebsrat untersagt, Informationen in den Einrichtungen auszuhängen. Die Interessenvertretung hat dagegen geklagt, das Verfahren liegt beim Bundesarbeitsgericht.

Was können wir gemeinsam tun?

Der beste Schutz ist das, was Arbeitnehmer/innen stark macht: gemeinsam handeln, Mitglied der Gewerkschaft ver.di werden, Betriebsräte gründen und deren Rechte offensiv nutzen, zu Betriebsversammlungen und Aktionen kommen und Kolleginnen und Kollegen mitbringen. Außerdem muss der Gesamtbetriebsrat bei Alloheim wieder reaktiviert werden.

In einigen Einrichtungen von Alloheim gibt es bereits aktive Betriebsräte. Gut so! Denn in Betrieben mit Betriebsrat ist die Entlohnung im Schnitt besser, es werden mehr Auszubildende eingestellt und die Arbeitsplätze sind sicherer. Arbeits- und Pausenzeiten, Überstunden, Dienst- und Urlaubspläne, Einstellungen, Kündigungen, Versetzungen und andere Themen werden vom Betriebsrat mitbestimmt. Gerade in der Altenpflege ist das dringend notwendig. Besonders in Zeiten, in denen Pflegeeinrichtungen zu Spekulationsobjekten werden, brauchen die Beschäftigten starke Organisationen und Interessenvertretungen, die sie schützen.

Gemeinsam sind wir stark – mach mit!

Ihr wollt bei euch einen Betriebsrat wählen? Euer ver.di-Bezirk kann euch dabei unterstützen. Werde Teil einer starken Gemeinschaft: www.mitgliedwerden.verdi.de 

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