Altenpflege

Mut zahlt sich aus

Altenpflege

Mut zahlt sich aus

AWO Magdeburg ver.di AWO Magdeburg  – Foto (von links nach rechts): Rechtssekretär Stefan Wolff, Sebastian Lübke und Sebastian Sell – beide Altenfachkräfte – und die BR-Vorsitzende der AWO Magdeburg, Angelika Böhm

Wie hoch ist eine angemessene Vergütung in der Altenpflegeausbildung?

Dies wurde auf einer Mitgliederversammlung der AWO Magdeburg im Mai 2016 diskutiert. Die Vergütung der Auszubildenden in der Altenpflege im öffentlichen Dienst, hieß es damals, ist angemessen, weil sie per Tarifvertrag geregelt ist. Nur: Es gibt in Sachsen-Anhalt nur sehr wenige Altenpflegeeinrichtungen, die den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD-B) anwenden.

Zwei Auszubildende im dritten Ausbildungsjahr der AWO Magdeburg haben jedenfalls die Tarifvergütung mit ihren eigenen Vergütungen von monatlich 525 Euro verglichen. Schnell wurde klar, dass sie erheblich schlechter entlohnt wurden.

Die beiden Auszubildenden machten eine angemessene Vergütung geltend. Im Juni 2016 gab es zunächst grünes Licht aus der Personalabteilung der AWO. Danach hätten die jungen Kollegen rund 400 Euro monatlich mehr in der Tasche gehabt. Doch das Angebot wurde kurz danach zurückgezogen. Die Leitungsebene hatte sich eingeschaltet.

Die AWO entschied nun, dass alle Auszubildenden ab 1. August 2016 eine bessere Vergütung bekommen sollten. Doch diese neue Ausbildungsvergütung liegt je nach Ausbildungsjahr noch immer 423 bis 460 Euro unter der des öffentlichen Tarifvertrages.

Die beiden mutigen jungen Kollegen, die zum Zeitpunkt der von ihnen angestoßenen Erhöhung der Ausbildungsvergütung ihre Ausbildung bereits beendet hatten, beschlossen daraufhin, vor dem Arbeitsgericht Magdeburg zu klagen. Mit Erfolg: Die AWO Magdeburg bot beiden je für die drei Ausbildungsjahre eine Nachzahlung von 6650 Euro an. Nachahmenswert!

Christine Stoffl, ver.di Magdeburg