Gesundheit & Soziales

Praktisch.Besser.Jetzt! - Wir verbessern Ausbildung.

Praktische Pflegeausbildung verbessern

Unter dem Motto „Praktisch.Besser.Jetzt! – Wir verbessern Ausbildung.“ hat ver.di gemeinsam mit mehr als 3.500 Auszubildenden in Pflegeberufen betriebliche Regelungen auf den Weg gebracht, um die Situation der praktischen Ausbildung zu verbessern. Ziel war es, konkrete Regelungen zur Verbesserung der praktischen Ausbildung über Betriebs- oder Dienstvereinbarungen zu schaffen. Dafür arbeiteten Auszubildende, gesetzliche Interessenvertretungen und ver.di vor Ort im Betrieb eng zusammen. Der ver.di Fachbereich Gesundheit & Soziales hat dabei inhaltlich und methodisch mit verschiedenen Materialien unterstützt.

  • Starke Auszubildende!

    Zwar waren Betriebs- und Dienstvereinbarungen als verbindliche Regelungen das Ziel des Projekts, jedoch standen die Auszubildenden im Fokus aller Aktivitäten. Das jeweilige Thema, das im Betrieb vor Ort konkret bearbeitet worden ist, war stark von den Auszubildenden abhängig. Niemand anderes hat das Thema als Schwerpunkt gesetzt, als sie selbst. Auszubildende sind die Expertinnen und Experten für ihre praktische Ausbildung, ihre Erfahrungen zählen.

    Sind es sogar mehrere, wurde das von ihnen für Regelungen priorisiert, das am meisten Energie mit sich brachte, das bei den Auszubildenden die größten Emotionen weckte. Auf dem Weg zur Erreichung von verbindlichen Regelungen ist es maßgeblich darauf angekommen, dass sich Auszubildende für das konkrete Ziel einsetzen, an Aktionen beteiligen und zur Durchsetzung Druck aufbauen. Auszubildende in der Pflege sind gemeinsam stark! Sie sollten sich möglichst maximal mit dem selbst gesetzten Ziel identifizieren und es mittragen. Und das begann bereits bei der Themensetzung, der Problemidentifikation und der gemeinsamen Schwerpunktsetzung.

  • Schwerpunkt praktische Ausbildung

    Qualität der praktischen Pflegeausbildung

    Seit 2011 hat ver.di in Altenpflegeeinrichtungen und Krankenhäusern Auszubildende in Pflegeberufen zur Qualität ihrer Ausbildung befragt. Die Ergebnisse erschienen im Ausbildungsreport Pflegeberufe und haben hervorgebracht, dass die Auszubildende die größten Mängel in der praktischen Ausbildung sehen. Maximaler Zeitdruck, keine oder mangelnde Praxisanleitung, Stations-Hopping, rechtswidrige Urlaubs- und Dienstplanung sind nur einige der Probleme, die die Auszubildenden aus ihren praktischen Einsätzen in Wohnbereichen und Stationen aufzeigen. „Eigentlich ist aufgrund der Personalnot gar keine Zeit mehr, mich auszubilden. Ich habe in der ersten Woche auf der neuen Station schnell alles gezeigt bekommen, und jetzt arbeite ich voll mit, anders bekommen wir die Patienten gar nicht versorgt“, ist eine Aussage, die immer wieder auftaucht.

    Mehr Infos zum Ausbildungsreport Pflegeberufe? Hier geht's zu den Ergebnissen von 2015...

  • Betriebe im Projekt

    Im Rahmen des Projekts haben sich JAVen, die mehr als 3.500 Auszubildende in der Altenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und Gesundheits- und Krankenpflege repräsentieren, von ver.di unterstützen lassen, um die praktische Ausbildung in ihrem Betrieb zu verbessern. Die Projektbetriebe kommen aus mehreren Bundesländern.

    Welche Anforderungen erfüllt ein Projektbetrieb?

    Wichtigste Voraussetzung war es, dass es in einem Betrieb Kolleginnen und Kollegen gab, die in den o.g. Berufen ausgebildet werden, etwas in ihrer praktischen Pflegeausbildung verbessern möchten und Kontakt zu ver.di haben. Gab es bereits eine JAV, war das super. Falls nicht, war das ausdrücklich kein Ausschlusskriterium zur Zielerreichung. Aber wenn es möglich ist, eine JAV zu wählen, sollte sie auf dem Weg zu einer betrieblichen Regelung auch installiert werden. Wichtig war auch, dass die aktiven Menschen, die sich durch das Projekt in ihrem Betrieb unterstützen lassen möchten, auch für die Dauer des Projekts "den Atem" haben. Ziel sind Betriebs- oder Dienstvereinbarungen zur Verbesserung der praktischen Ausbildung in der Pflege. Der Weg zum Abschluss einer solchen Regelung für ein konkretes Problem erforderte Geduld, Durchhaltevermögen, Kreativität und auch Aktionsbereitschaft. Mit einer klaren Zielstellung vor Augen, der Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen sowie ver.di war das jedoch nicht nur machbar, sondern hat auch viel Spaß gemacht!

  • Ausbildungs-Check

    Wie gut läuft die praktische Ausbildung?

    Damit eine konkrete Problemstellung in der praktischen Ausbildung betrieblich geregelt werden kann, musste sie zunächst identifziert werden. Maßgeblich war dabei die Meinung der Auszubildenden im Betrieb. Sie sind die direkt Betroffenen, sie erleben die Praxis und auf ihre Erfahrungen kam es dabei an. Deshalb hat ver.di in den teilnehmenden Projektbetrieben den "Ausbildungs-Check" gestartet, der bis Ende April andauerte. Innerhalb dieses Zeitraums haben Auszubildende, JAVen und ver.di gemeinsam auf die praktische Ausbildung in den Betrieben geschaut und ein Thema gefiltert, das es zu regeln galt.

    Als Unterstützung dafür stand die Toolbox Ausbildungs-Check zur Verfügung, die verschiedene Materialien enthielt, um möglichst effektiv das entscheidende Thema herauszufinden. Darin enthalten war ein Leitfaden mit verschiedenen Methoden und Materialtipps, der dabei half, je nach Bedarf und Situation vor Ort im Betrieb auf die passende Weise die dringendste Problemstellung der praktischen Pflegeausbildung zu identifzieren und es angehen zu können. Der Leitfaden diente vorrangig als Ideengeber und konkrete Unterstützung, hatte jedoch nicht den Anspruch, eine abschließende Auflistung von möglichen Methoden zu sein.

    Auf der Grundlage der Ergebnisse des Ausbildungs-Checks erarbeitete ver.di gezielt inhaltliche Unterstützung, z.B. in Form von Arbeitshilfen, Handreichungen und Flugblättern. Der Check war demzufolge maßgeblich für die weitere inhaltliche Ausgestaltung der Projekte vor Ort. Einerseits als Zielrichtung für die Betriebe vor Ort, andererseits für die inhaltliche Unterstützungsleistung durch ver.di.

  • Betriebliche Schwerpunkte

    Mit Hilfe des Ausbildungs-Checks haben die Auszubildenden in den Projektbetrieben insgesamt vier Themen herausgefiltert, die am drängendsten in der praktischen Ausbildung verbessert werden sollen. Das waren gute Praxisanleitung, freie Urlaubsplanung, Stations-Hopping und kostenlose Ausbildungsmittel. In mehr als der Hälfte stellt vor allem eine mangelhafte Praxisanleitung das Problem dar und soll per betrieblicher Regelung verbessert werden. In den beteiligen Betrieben der Altenpflege ist ebenso überall die Praxisanleitung, die aus Sicht der Auszubildenden den größten Verbesserungsbedarf hat.

    Da nun die Richtung in den einzelnen Betrieben feststand, galt es, aktiv zu werden! Dafür brauchte es allerdings auch eine gute Aufklärung der Auszubildenden, was ihre Rechte sind und wie sie gemeinsam mit JAV und ver.di etwas für eine gute Pflegeausbildung tun können. Dafür gibt es Flyer, die über die einzelnen Themen informieren. Sie stehen auf dieser Seite am Rand als PDF zum Download bereit.

  • facebook & co

    Alle Aktivitäten sind per Hashtag #PraktischBesserJetzt bei facebook, aber auch instagram abrufbar und auf der facebook-Seite der ver.di Jugend mitzuverfolgen. Viele aktive junge Menschen haben setzen sich in ihren Betrieben für bessere Ausbildungsbedingungen in der Praxis eingesetzt, betrieblich und öffentlich. Das wurde deutlich sichtbar! Denn wir sind viele!

    Auch ohne Login anzuschauen: https://de-de.facebook.com/ver.di.Jugend

      4S hashtag pbj
  • Unterstützung

    Die Steuerung des Projekts passierte zentral durch eine Projektgruppe. Sie plant den Rahmen des gesamten Projekts und erarbeitete verschiedene Materialien, die zur Problemidentifizierung, Mobilisierung der Auszubildenden bis hin zur Problemlösung gedient haben. Das Ziel sind betriebliche Regelungen, die die praktische Pflegeausbildung verbessern und das Projekt bildete dafür eine insgesamt methodische und inhaltliche Klammer auf dem Weg zu deren Erreichung.

    Die Projektgruppe setzte sich zusammen aus ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen mit viel Erfahrung im Bereich der praktischen Ausbildung in Pflegeberufen sowie Kolleginnen und Kollegen aus dem ver.di Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen.

    Projektgruppe Praktisch.Besser.Jetzt! ver.di Projektgruppe Praktisch.Besser.Jetzt!



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